Die Leuchttürme auf Fehmarn

Marienleuchte

Marienleuchte verdankt seinen Namen Marie von Hessen-Kassel
Marienleuchte verdankt seinen Namen Marie von Hessen-Kassel

1832 wurde der neu errichtete Leuchtturm Marienleuchte in Dienst gestellt. Seinen Namen erhielt er von der 1808 gekührten dänischen Königin Marie von Hessen-Kassel. Sie soll mit ihrem Ehegatten, König Friedrich VI. von Dänemark und Norwegen, bei der Einweihung persönlich anwesend gewesen sein. Das Paar lebte ein bürgerliches Leben und war scheinbar recht beliebt. Auf der Südseite des Turmes befindet sich das königlich dänische Wappen. An dieser prädestinieren Stelle gabe es zuvor bereits seit einiger Zeit eine Feuerbake, um den Weg durch den Belt sicherer zu machen. Der quadratischer Turm an dessen Spitze sich eine Plattform mit einer rundherum begehbaren Laterne befindet ist zentral in das Leuchtturmgebäude integriert. Die Dachform ist die typische Architektur der Zeit für größere Scheunen. Neben dem optischen Signal, verfügte der Turm auch bereits über eine akustische Warnfunktion.

Zahlen & Fakten

1832 Dienstaufnahme am 28. Oktober

1875 Installation der Optik für das Leuchtfeuer

1879 Pressluftsirene als Signatongeber und

1930 wir ein elektrischer Membransender zur Schallerzeugung des aktustischen Signals nachgerüstet.

1967 wurde das Leuchtfeuer durch das neue ersetzt und außer Dienst gestellt.

Das Leuchtturmgebäude steht heute unter Denkmalschutz. Allerdings kann das Gelände nicht betreten werden. Dabei wäre ein Museeum oder Kulturbetrieb darin gut untergebracht. Das als deutsch-dänisches Historie und leider nur auf dem Papier geschützte Denkmal ist heute unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Obwohl es eigentlich im Rahmen der deutsch-dänischen Zusammenarbeit (zB. im Rahmen von KULTUR.Link) diverse Fördertöpfe gibt. Um in einem historischen Leuchtturm wohnen zu können würden auch sicherlich etliche Menschen viel Herzblut und Handarbeit investieren.


Strukkamphuk

Alter Leuchtturm Strukkamphuk auf Fehmarn.
Leuchtturm Strukkamphuk · Photo mit freundlicher Genehmigung von Peter Portalla

1872 wurde ein erstes Leuchtfeuer auf einem drei Meter hohem Holzgerüst errichtet.

1896 folgte dann  ein eisernes Laternenhaus, welches

mit Vernietung dem Sturm trotze. Das Photo zeigt den alten Leuchtturmwärter H. Bubert.

1935 wurde das eiserne Laternenhazs durch den heutigen Betonturm ersetzt. Sein Leuchtfeuer war anfangs mit einem Flüssiggaslicht ausgestattet.

1954 erfolgte die Elektrifizierung mit dem Einsatz von einer 40 Watt-Glühlampe.

2000 Installation einer 6-fach VEGA Lampenwechsel-Vorrichtung mit 6x 24 V/150 W Halogenglühlampen. 

2003 ist der Leuchtturm unter Denkmalschutz gestellt worden.

 

Westermarkelsdorf

Westermarkelsdorf Photo Arnoldius
Westermarkelsdorf Photo Arnoldius

1881 wurde der Leuchtturm an der Nordwestecke der Insel Fehmarn errichtet. Hinter dem Deich weist er der Schifffahrt als Orientierungs- und Warnfeuer den Weg in den Fehmarnbelt. Als Lichtquelle war anfangs eine zweidochtige Petroleumlampe eingesetzt. Der Turm steht unter Denkmalschutz.

1902 wurde der ursprünglich 10 m hohe Turm auf die heutige Höhe gebracht.

1922 ein Benzol-Glühlichtbrenner,

1924 wurde auf elektrische Lampen umgerüstet und eine Gürtellinse mit 250 mm Brennweite eingebaut die noch heute in Betrieb ist.

1984 wurde die Kennung des Leuchtfeuers von Otterblenden umgerüstet auf eine getaktete Lampe.

1999 wurde zur Erhöhung der Verfügbarkeit eine gedoppelt Lichtquelle (24 V & 1000 W) mit einer mit Tragweite von ca 9,9 Seemeilen installiert.

Staberhuk

Staberhuk Photo von Manfred Schröder auf 6x6 Rollfilm
Staberhuk Photo by 6x6

1900 Ein Torpedoboot der kaiserlichen Marine läuft bei Staberhuk auf Grund und ist letztendlich der Anlaß für den Bau eines weiteren Leuchturms.

1901 im September kommt das Laternenhaus von Helgoland aus dem englischen Turm von 1811 in Burgstaaken an. Baujahr der Gürtelleuchte 1870-75

1903 Baubeginn des Leuchturms Staberhuk mit gelben Backstein.

1904 Inbetriebnahme des Leuchturms am 17. März

1908 der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner residierte in den angrenzenden Leuchtturmwärterhäuschen

1912 Ernst Ludwig Kirchner schuf viele historische Eindrücke des Leuchtturms.

1915 wurden die Besichtigungen des Turms eingestellt. Ein kleiner Junge brach sich auf den gusseisernen Stufen das Bein. Auf Grund der entstandenen Haftungsfragen wurde der Turm dann für Besucher geschlossen.

1914 verbrachte Kirchner seinen letzten Urlaub auf Fehmarn

1928 wurde elektrisches Licht eingeführt

Die ständig wechselnden Witterungseinflüsse machten dem gelben Backstein zu schaffen und wurden zur Hälfte mir roten Ziegeln ersetzt. Diese Optik ist weltweit einzigartig.

1974 wurde die bis dahin mit Gewichtsantrieb getaktete Umlaufblende ersetzt.

1981 wurde das Feuer an die Travemünder Zentrale angeschlossen. Von dort aus wird der Turm fernüberwacht.

2004 war dann das 100 jährige Jubiläum zu begehen.

Flügge

Leuchtturm Flügge auf Fehmarn
Leuchtturm Flügge – im Originalzustand

1914 wurde der Flügger Feuer gebaut und war anfangs mit einem Benzol-Licht betrieben worden. Die Umrüstung auf Flüssiggas-Glühlicht folgte später.

1954 kam die Umstellung auf Elektrizität

1970 singt Jimi Hendrix einen Steinwurf entfernt seinen Hit „All Along The Watchtower“. Beim Schreiben des Songs hatte Jimi sicherlich nicht den Leuchtturm Flügge im Sinn, aber dennoch ist die Verbindung nicht zu bestreiten.

2009 im Zuge der Arbeiten des Wasser- und Schifffahrtsamtes wurden die rot-weißen Kunststoffplatten entfernt und das darunter liegende gelbe Mauerwerk in Stand gesetzt.

2010 Im Herbst wurde das Gerüst entfehrt und seitdem ist der Turm wieder im ursprünglichen Zustand mit Backsteinmauerwerk zu sehen.

2014 konnte der Leuchtturm Flügge sein 100. Jubiläum begehen.

„All Along The Watchtower“

ist, spätestens seit dem Tod von Jimi Hendrix, für immer mit dem Flügger Leuchtturm verbunden. Ebenso wie das erste deutsche Festival schlechthin, das Love & Peace Festival.


Marienleuchte

Leuchttürme Marienleuchte - Luftaufnahme von Höhenflug Pictures Fehmarn
Leuchttürme Marienleuchte - Luftaufnahme von Höhenflug Pictures Fehmarn

1964 Mit dem zunehmenden Verkehr im Hafen Puttgarden, auf der Vogelfluglinie und im Fehmarnbelt reichte der alte Turm nicht mehr aus. Daraufhin wurde der neue Turm etwa 160 Meter nördlich des alten aus Stahlbeton errichtet. Er übernahm die Aufgabe und den Namen des alten Leuchtfeuers. Zum Schutz gegen Witterungseinflüsse wurde er außen mit roten und weißen Hartfaserzementplatten verkleidet. Diese Optik des Leuchtfeuer stammt noch aus dem alten Turm von 1875.

Rettet die Fehmarnsundbrücke

Rettet die Fehmarnsundbrücke vor dem Abriss!
Foto: Höhenflug Pictures

Der geplante Abriss der Fehmarnsund Brücke wurde am 26. November 2015 von diversen Zeitungen veröffentlicht. Eine massive Welle an Kommentaren und Gegnern dieses Vorhabens kam daraufhin und bündelte sich binnen weniger Stunden in einer dafür gegründeten Facebook-Gruppe.

 

650 Unterstützer waren es am ersten Tag - 1.338 bereits am zweiten. Heute sind dort deutlich über 2.000 Sundbrücken-Unterstützer zu finden und der Zustrom reißt nicht ab. Die Gruppe wächt in einem Tempo, das man bereits jetzt von einer Grassroot-Bewegung sprechen kann, die es mit Goliath (also der Politik & Deutschen Bahn) aufnehmen möchte. Das Fehmaransche Tageblatt berichtete auch bereits über die rasant wachsende Gruppe.

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Theodor Heuss - Fahrt nach Indien

Die Theodor Heuss im Fehmarnbelt
Die Theodor Heuss in Puttgarden 1981

40 Jahre lang fuhr die Theodor Heuss durch den Fehmarnbelt. Dabei haben hunderttausende Fahrgäste das Schiff kennen und lieben gelernt. All das begann am 14. November 1957 mit der Jungfernfahrt. Mit an Board war natürlich auch Theodor Heuss als erster Bundespräsidenten der BRD sowie viele Ehrengäste.


Die Fährverbindung verlief die ersten 6 Jahre noch zwischen Großenbrode Kai ↔ Gedser. Heuss starb jedoch 1963 und konnte weder Vogelfluglinie noch die Sundbrücke einweihen.



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Mit Volldampf unterwegs

Dampflokomotive auf Fehmarn bei der Beltquerung
Dampflokomotive bei der Beltquerung

Bis 1938 wurden diese grazilen Leichtgewichte für Hochgeschwindigkeitsreisen über den Landweg gebaut. Sogar aerodynamische Verkleidungen gab es für den ICE des angehenden 20 Jahrhunderts. Energie & Gewicht sparen sowie mehr Geschwindigkeitsausbeute waren die Ziele bei der Entwicklung der Dampflok 03 10

 

Das sind mal Lokführer die wirklich unter Hochdruck stehen. So eine Dampflokomotive ist nicht ganz so komfortabel wie aktuelle ICE's. Der Charme liegt aber sicher auch nicht in der Bequemlichkeit sondern viel eher in der Bewahrung einer historisch wichtigen Technik.

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