Rettet die Fehmarnsundbrücke

Rettet die Fehmarnsundbrücke vor dem Abriss!
Foto: Höhenflug Pictures

Der geplante Abriss der Fehmarnsund Brücke wurde am 26. November 2015 von diversen Zeitungen veröffentlicht. Eine massive Welle an Kommentaren und Gegnern dieses Vorhabens kam daraufhin und bündelte sich binnen weniger Stunden in einer dafür gegründeten Facebook-Gruppe.

 

650 Unterstützer waren es am ersten Tag - 1.338 bereits am zweiten. Heute sind dort deutlich über 2.000 Sundbrücken-Unterstützer zu finden und der Zustrom reißt nicht ab. Die Gruppe wächt in einem Tempo, das man bereits jetzt von einer Grassroot-Bewegung sprechen kann, die es mit Goliath (also der Politik & Deutschen Bahn) aufnehmen möchte. Das Fehmaransche Tageblatt berichtete auch bereits über die rasant wachsende Gruppe.

Aus ganz Deutschland kommen Unterstützer gegen dieses schäbige Vorhaben.

Großenbrode, Heiligenhafen, Neustadt, Oldenburg, Bad Oldesloe, Bad Schwartau, Lübeck, Kiel, Hamburg, Delmenhorst, Lüneburg, Bad Bramsted, Ahausen, Dorsten, Osdorf, Plettenberg, Berlin, Nordhausen, Dresden, Hannover, Olsberg, Bielefeld, Castrop-Rauxel, Lauenstein, Göttingen, Köln, Essen, Münster, Frankfurt, Neu-Isenburg, Neuss, Mannheim, München, Aschau, Bayreuth, Herschfeld, Zirndorf etc. sind schon dabei.

 

Doch auch in Rødby (Dänemark), Göteborg (Schweden), Schweiz, Murcia (Spanien), in Montana (USA), Michigan (USA) und sogar aus Hong Kong stellen sich Unterstützer gegen den Abriss der Sundbrücke.

Läßt sich bereits von weltweitem Protest sprechen?

Wir denken schon. Die Wohnorte der Sundbrücken-Freunde sprechen durchaus eine eindeutige Sprache. Oder sollten wir besser schreiben: ganz viele verschiedene Sprachen mit einer gemeinsamen Aussage? Sicher ist, daß ganz viele Urlaubs- & Heimatfotos mit der Brücke im Bild veröffentlicht werden — selbst Sundbrücken-Tätowierungen! Ungläubige, fassungslose und entsetzte Kommentare sind zu lesen. Sogar Gedichte, die der Brücke gewidmet wurden, mit herzzerreisendem Inhalt sind dort zu finden. Und immer wieder Brückenfotos — eines schöner als das andere. Sind das alles „Hinterwäld'ler“ wie einige Politiker denken? ewig Gestrige? oder ist es eher die starke Empörung einer weltweiten Gruppe, wie die Gründerin schrieb:

„Am Donnerstag, den 26. November um 14:51h, nachdem die ersten Schockmeldungen in den Medien zu lesen waren, habe ich mich spontan und von starker Empörung beeinflusst, entschieden diese Gruppe ins Leben zu rufen und auf facebook zu veröffentlichen.“

Unterstützung aus ganz Deutschland gegen den Abriss der Fehmarnsund Brücke

Es gibt auch schon Aufkleber, mit dem die Fehmarnsund Brückenretter ihre Unterstützung auf Autos, Schaufenstern, Haustüren usw. zeigen können. Mehrere Farben und verschiedene Größen wird es davon geben.

 

Eines habe sie alle gemeinsam:

Unsere Sundbrücke kurz vor dem Bogen und einen Spenden-Beitrag, der für weitere Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit verwendet wird. Damit ist der offizielle Soli-Sticker nicht nur ein gutes Zeichen, um seine Unterstützung zu zeigen, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag für die Finanzierung kommender Maßnahmen.

Die Deutsche Bahn hat die Sundbrücke aufgegeben

Seit dem Belastungstest im Jahr 2010, in dem der Kleiderbügel noch ohne weiteres 1.500 Tonnen Gewicht in Form von 10 Diesellokomotiven trug, gilt die Brücke bei der Bahn AG als nicht mehr zukunftssicher. Die DB als Betreiber, muss nur noch eine entsprechende Verlußtkalkulation vorlegen und dann ist auch der Denkmalschutz für die Brücke hinfällig.

Das Landesamt für Denkmalpflege

hat sogar eine öffentliche Publikation namens „DenkMal! - Schleswig-Holstein“. Die Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein hat mit der Ausgabe aus dem Jahr 2014 kein anderes Thema, als „Die Fehmarnsundbrücke – Wahrzeichen Schleswig-Holsteins“. Scheinbar finden sich dort mehr Leute für schöne Publikationen, als Leute die auch nach dem Jubiläum Denkmale pflegen. Das Buch ist im Boyens-Buchverlag erschienen und wird von der Regierung zum Download angeboten…

Der politische Dolchstoss aus dem Verkehrsministerium

Der Landesverkehrsminister lud zum 25.11.2015 auf die 3. Kommunalkonferenz zur Fehmarnsundquerung ein. Thema war der Ausbau der B207. Anwesend waren unter anderen: die Konzernbevollmächtigte Manuela Herbort (DB), Bernd Homfeldt(DB), der Landesverkehrminister (SH) Reinhard Meyer selbst, Torsten Conradt (LBV), Britta Lüth (LBV) und der Landrat Reinhard Sager, der ja bereits das Fehmarn-Festival durch seine niedere Landschaftbehörde verbot.

 

Wie von Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise befürchtet, waren die Tunnelpläne bereits vorzeitig aufgegeben worden. So kam die Variante der Bohrtunnels durch den Sund auf einen Nutzwert von 73 Prozent. Selbst der anwesende Vertreter des Denkmalschutz hatte keine relevanten Einwände gegen den Abriss der Fehmarn Sundbrücke zu machen. Doch Minister Meyer bekräftigte noch einmal: Alle vier Lösungsmodelle werden jetzt ergebnisoffen weitergeprüft. Wie so eine "ergebnisoffene Prüfung" aussehen kann ist im Falle des laufenden Planfeststellungsverfahren zur Beltquerung gut zu erkennen. Femern A/S spielt auf Zeit, ignorriert Einwände und liefert nach wie vor keine aktualisierten Zahlen.


„Wir dürfen auf den Denkmalschutz nicht zu viel Rücksicht nehmen“

meinte der Kreistagsabgeordnete Hartmut Specht (ehemaliger Bürgermeister von Landkirchen). Herr Specht! Einwände kamen nicht vom Amt für Denkmalpfelge, die Einwände kommen von den Bürgern (den Wählern). Ungeachtet dessen forderte er ein zügiges Brückenvotum.

„Wir können einen Architektenwettbewerb für eine Golden Gate Bridge über den Sund ausschreiben.“

Die Sundbrücke beim NDR

Nicht ohne Grund geht täglich das Schleswig-Holstein Magazin des NDR mit dem Wahrzeichen der Region als allererstes Bild auf Sendung. Der Bekanntheitsgrad des denkmalgeschützten Bauwerks reicht auch weit über die Bundesgrenzen hinaus.

Quellenangaben:

F24 | F24 | shz | LN | LN

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Kommentare: 1
  • #1

    Knackert,Sascha (Donnerstag, 23 Juni 2016 20:40)

    "Wir dürfen auf den Status Denkmalschutz nicht zu viel Rücksicht nehmen".
    Na, das wird doch das einfache Volk freuen ,zu hören.
    Der arme Häuslebauer, der sich von bitter erspartem Geld ein unter Denkmalschutz stehendes Haus gekauft hat und nun horrende Preise für Fenster, Fassade und Türen ausgeben muss, damit diese dem Denkmalschutz gerecht werden.....der wird sich doch hoffentlich an diesem unverschämten Satz erinnern und diesen zu Gericht tragen.

    Eine Frage am Rande, meine Ratsherren: Wie viel Macht können eigentlich unsere angrenzenden Nachbarländer auf uns ausüben?
    Ich bin weissgott noch ein junger Mensch...und sicherlich auch offen für Neues. Aber diese komische, europäische Aufbruchstimmung über die Köpfe der Bevölkerung hinweg, macht mich sehr skeptisch.