Mit Volldampf unterwegs

Dampflokomotive auf Fehmarn bei der Beltquerung
Dampflokomotive bei der Beltquerung

Bis 1938 wurden diese grazilen Leichtgewichte für Hochgeschwindigkeitsreisen über den Landweg gebaut. Sogar aerodynamische Verkleidungen gab es für den ICE des angehenden 20 Jahrhunderts. Energie & Gewicht sparen sowie mehr Geschwindigkeitsausbeute waren die Ziele bei der Entwicklung der Dampflok 03 10

 

Das sind mal Lokführer die wirklich unter Hochdruck stehen. So eine Dampflokomotive ist nicht ganz so komfortabel wie aktuelle ICE's. Der Charme liegt aber sicher auch nicht in der Bequemlichkeit sondern viel eher in der Bewahrung einer historisch wichtigen Technik.

Die Deutsche Reichsbahn (DRG)

musste in den 1930er Jahren handeln und der neuen Konkurrenz von Auto und Flugzeug durch die Erhöhung der Reisegeschwindigkeiten zu begegnen. Mit den schnellen Dampfloks der Baureihe 03 10 konnte sich die Bahn behaupten. Mehr Leistung, weniger Gewicht, geringerer Dampfverbrauch. Gerade im Bereich Kessel und Zylinder wurde darauf geachtet, dass die Größe kompakter wird. Auch durch den leichteren Barrenrahmen wurde eine Radsatzfahrmasse von nicht über 18t. erreicht. Deshalb wurden die Loks bevorzugt in Nord- und Ostdeutschland eingesetzt, wo viele Verbindungen noch nicht über 20 t Achsfahrmasse befahrbar waren.


Im Jahr 1934 wurde die BR 03 zu Testzwecken mit einer Teilverkleidung versehen. Die aerodynamischen Vorteile brachten einen Leistungsgewinn von bis zu 290 PS ein. Die Dampflok BR 03 zeichnete sich ebenfalls durch den niedrigen Dampfverbrauch aus. Des Weiteren konnte auch der Kohlenverbrauch deutlich reduziert werden.


1953 wurde die aerodynamische Verkleidung wieder entfernt, da der aus der Verkleidung resultierende erhöhte Arbeitsaufwand Wartungsarbeiten verteuerte. Die Lokomotive diente anschließend in der Versuchs- und Entwicklungsstelle der Maschinenwirtschaft (VES-M) in Halle.

Ab 1968 wurde der Einsatz der Dampflok BR 03 überwiegend überflüssig. Die letzten DB-Maschinen wurden in Ulm bis 1972 auf der Hauptbahn nach Friedrichshafen eingesetzt.

 

1974 bis 1981 war sie dann noch einmal im Regelbetrieb zwischen Stralsund und Berlin im Einsatz. Ende 1981 wurde die 03 1010, die als Traditionslokomotive ausersehen war, auf Kohlefeuerung zurückgebaut und wird bis heute von der Traditionsgemeinschaft Bw Halle P aus im Sonderzugverkehr eingesetzt.


Zweiter Weltkrieg

Gerademal 28 Dampflokomotiven der BR 03-Reihe haben den WW2 nicht überstanden. Von den restlichen 270 gingen 144 Stück BR 03 an die DB. 86 Dampflok kamen zur DR und 40 Maschinen zur polnischen Staatsbahn PKP.

 

Nur wenige Maschinen der Baureihe 03 sind heute noch zu sehen oder gar einsatzfähig. Die Dampflok, die sich heute in Puttgarden hat blicken lassen, ist die einsatzfähige Dampflok der Serie 3 aus dem DB Museum Nürnberg (Halle).

 

Die tollen Bilder aus Puttgarden stellte uns freundlicherweise Kimbo Seefeldt zur Verfügung.


Ein paar Daten zur Lokomotive

Hersteller
August Borsig Lokomotiv-Werke, Berlin
 Gewicht  99,6t (03 001-122) 100,3t (03 123-298)
Baujahre 1930-1938
Höchstgeschwindigkeit
120 - 130km/h vorwärts und 50 km/h rückwärts
Nummerierung 03 001-298
Brennstoffvorrat
10,0t Steinkohle
Wasservorrat
34.0 m³
Kesselüberdruck 16 bar
Stückzahl
298
Leistung 1450 KW
Spurweite 1435 mm
Höhe 4550 mm
Gesamtlänge 23.905 mm

Ein alte Bekannte

ist die Dampflok 03 1010-2 als Ostsee-Express und des öfteren bei uns unterwegs. Trotzdem ist ihr Stampfen immer etwas besonderes und hier sehr gerne gesehen.

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